Montag, 19. November 2012

Auf den Spuren der Römer


So, hier kommt nun endlich mein lang versprochener Italienbericht, oder eine kurze Zusammenfassung dessen - in Ela-Style natürlich, was ein wenig länger sein könnte ;)

Volker musste vom 6. - 16. September zu einer einwöchigen Konferenz nach Rom; und weil mein Mann so ein herzensguter Mensch ist, hat er seinem Frauchen viiiiiiele viele seiner kostbaren Flugmeilen spendiert um sie mitzunehmen :) Eigentlich war damit auch ein kurzer Heimaturlaub eingeplant, aber da das Semester bereits begonnen hat und Lehrersatz nicht gerade an den Bäumen hängt, haben wir diesen wieder verschoben. Nächstes Jahr nehmen wir einen neuen Anlauf.
Rom war aber schön. Ich glaube, ich habe noch nie so viele, und so aufwendig verzierte, Kirchen von Innen gesehen wie dort.
Der Flug nach Rom war, bis auf die Tatsache, dass sie uns in Washington das Gate vor der Nase geschlossen haben, recht unspektakulär. Es wurde nur etwas ärgerlich als sie mich erst zwei Tage später weiterfliegen lassen wollten, da mein Flug, wie gesagt, mit Meilen bezahlt war. Gott sei Dank gibt es aber bei U**ted den Serviceschalter der Club Lounge, wo keine Roboter sondern sehr freundliche Mitarbeiter angestellt sind, die alle Hebel in Bewegung setzten um mich noch am gleichen Tag weiterzubefödern - Volker natürlich auch, aber der wäre ja eh weitergekommen. Statt DC - Rom flogen wir, fünf Stunden und einige Rotwein später, nach London und von dort weiter nach Rom. Statt morgens landeten wir also abends.
In Bella Italia angekommen, kauften wir uns ein Zugticket, auch nicht schwer herauszufinden, und fuhren Richtung Termini, dem Hauptverkehrsknoten der Öffis, wo auch nicht weit entfernt unsere Bleibe sein sollte: Haus Valentino. Wie gut, dass ich in den Bewertungen bereits gelesen hatte, dass es sich hierbei nicht um ein Hotel, sondern um ein an eine Trattoria angegliedertes Wohnhaus handelte, welches umgestaltet wurde. Es gab also keinen Empfang, sondern man meldet sich im Restaurant und irgendjemand zeigt einem dann das Zimmer. Unser freundlicher Italiener (Giovanni) sprach kaum ein Wort Englisch, auch kein Deutsch, aber da man mit Händen und Füßen gut kommunizieren kann, war das alles kein Problem. Nachdem wir uns unser Zimmer angesehen und uns frisch gemacht hatten, machten wir uns auf den Weg nach nebenan um einen Happen einzuwerfen. Praktisch. Dort lernten wir dann Valentino kennen, den Besitzer. Er spricht etwas Englisch, etwas Deutsch und ist ein sehr unterhaltsamer Mensch. Bei einem Gläschen Rotwein und diversen leckeren Vorspeisen genossen wir den Rest des Abends. Dabei kam dann auch zu Vorschein, dass Valentino ein musikalisches Talent hat, er spielt Gitarre und singt - und die meisten seiner Gäste sind Stammkunden. Wir fühlten uns sofort wohl. Zum Abschluss stellte er uns dann noch eine Grappa- und eine Limoncelloflasche auf den Tisch: "Trink" und "Prost" - da sagt man ja nicht nein ...es wäre unhöflich seinem Gastgeber sowas abzuschlagen ;)
Der Anfang war also schon mal ganz nett, aber da Volker zum Arbeiten und nicht zum Genießen da war, musste ich die nächsten Tage allein zurechtkommen. Glücklicherweise haben Volkers Kollegen auch viele Flugmeilen und immer Jemanden der gerne mitkommt. Die nächsten Tage stolperte ich somit mit Lidia ( Marios Frau) und Amika (Ricks Tochter) durch Rom.
Wir haben jeden Tag so viele Kilometer hinter uns gebracht, uns zig Kirchen, Ruinen und Sehenswürdigkeiten angesehen, dass ich schon gar nicht mehr weiss, wann wir und was wir angeschaut haben. Ich denke, ich poste daher einfach mal eine bunte Sammlung an Fotos. Nicht unbedingt in Reihenfolge, und von Blogger etwas verhackstückt (danke, ich bin halt nicht HTML bewandert), aber ihr findet da schon durch ;) Viel Spaß!

ROM
Unser Quartier war wie bereits erwähnt in der Nähe von Termini, aber da Rick und Amika dichter an der St. Maria Maggiore Kirche ihre Bleibe hatten, trafen wir uns morgens auf dem Piazza davor.


 Ich konnte nicht widerstehen. Italien und Vespas gehören einfach zusammen.
Die Spanish Steps sind immer belagert gewesen.Für mich verloren sie dadurch ein wenig den Reiz.
  Lieber schlenderten wir Mädels durch die hübschen Gassen
Einer der größten und wahrscheinlich bekanntesten Piazzas ist der Piazza de Navona. Dort gibt es zig kleine Geschäfte, Künstler und jede Menge anderer toller Dinge zu entdecken.
  Überall rankten Blumenkästen. Ich kann mich an sowas kaum sattsehen.
Der Brunnen in der Mitte des Platzes ist wirklich sehenswert. Vier kolossale Figuren symbolisieren die größten Ströme der damals bekannten vier Kontinente ( Donau, Nil, Ganges und Rio de la Plata).
Ihr müsst das Bild zum Vergrößern anklicken, ich habe alle vier Seiten aneinandergefügt.
Mal wieder eine Kirche gefällig? Daran mangelte es nun wirklich nicht. Leider habe ich bei vielen vergessen den Namen zu fotografieren.
Diese hier z.b. fand ich total interessant.



Abends strolchten wir dann immer mit den Männern durch die Gegend, natürlich auf der Suche nach dem perfekten Platz für ein leckeres Mahl und guten Wein.
 
Der Pantheon beleuchtet und die Decke mit dem "Loch"
Die Trevi Fountain ist sowas wie ein Wunschbrunnen. Warum weiß ich nicht, aber er ist belagert - Tag und Nacht.

die Trevi Fountain wirkt noch besser bei Dunkelheit
Was kam als nächstes? Ach ja, der Besuch der Vatikanstadt.Eigentlich waren Lidia und ich nicht so wild auf den Vatikan, aber dann sah ich ein Bild mit Blick auf den Petersplatz, und den wollte ich unbedingt auch haben. Zu dritt machten wir uns also auf. Als erstes in die Kirche, dann die Treppen hoch für den Blick und zum Schluss ins Museum und der Sixtinischen Kapelle (Michelangelos Werk sehen), wo aber fotografieren verboten war (so war normal sprechen, klappern mit Schuhen, etwas anfassen und die Aufpasser waren dauernd dabei alle Besucher zu mahnen). 
 
 Die St. Peterskirche von Innen
 
Hier kann man die Päpste nachlesen.
Obwohl ich mir eine Woche vorher erst ganz fies eine Muskelzerrung zugezogen hatte, die mich komplett außer Gefecht gesetzt hatte (die nun aber wohl doch eher Ischias ist), sind Amika und ich die 323 Stufen bis in die Kirchenspitze hochgelaufen. Ich brauchte eine ganze Weile dafür, aber aufgeben gab es nicht. Ich wollte unbedingt den Blick von Oben haben, und der Wille versetzt bekanntlich Berge.
Runter muss man danach natürlich auch wieder, aber das ist - bis auf einen Drehwurm - im Vergleich einfach
 
Die Garde muss sich wie im Zoo vorkommen, begafft von Hunderten von Besuchern, Tag für Tag. Sie nahmen es aber mit Humor.

Danach ging es noch durch das Museum und in die Sistine Chapel
Der Garten des Museums
Auf dem Weg in die Sixtinische Kapelle
Der Weg zur Kapelle hat uns mit Prunk total erschlagen. Schnörkel, Schnörkel und noch mehr Schnörkel :-D Beeindruckend!!
 
Gemälde, Fresken und alles über die Geschichte von Jesus und Moses festgehalten. Alles von berühmten Künstlern gezaubert. Besonders interessant fand ich die Deckenmalereien. Viele hatten einen 3D Effekt.

und die wahrscheinlich tollste Treppe, die mir je untergekommen ist!

Entspannung von all den Sehenswürdigkeiten gab es auch.
Einen Abend trafen wir uns alle mit Geppo vor unserer Trattoria. Keiner hatte es weit nach Hause und gemütlich lustig wurde es allemal.
von links im Uhrzeigersinn: Pablo, Amika, Geppo, Mario, Lidia und Rick
 im Hintergrund kann man ein bischen in die Trattoria schlinzen.

Der wahrscheinlich überlaufenste Punkt in Rom ist das Kolosseum. Wir hatten Glück, den Tag war die Schlange nicht zu lang, auch wenn die Massen es so aussehen ließen.

 im Amphitheater

Kaum vorstellbar, dass hier Menschen und exotische Tiere zu tausenden ihr Leben lassen mussten nur um die Bevölkerung zu belustigen.
Tja, und an und an traf man auch auf Gladiatoren und Römer


Die wohl größte Enttäuschung war für uns das Castello de Angelo. Es gab nicht viel was auch nur annähernd interessant für uns war. Die Brücke über den Tiber mit den Skulpturen war das Beste daran.

Das Nationalmuseum, zumindest glaube ich dass das der Name ist, war auch schön, aber wir waren eigentlich wegen dem Ausblick dort.
Vom Museum hat man einen schönen Blick über Rom. Es gibt die Aussichtsterrasse, aber auch einen Sky-Elevator, der einen noch höher bringt.




Noch eine dieser prunkvollen Kirchen.
Die Gebäude sind auch Außen sehr verziert.
Die kleinen Gassen und verschieden geformten Häuser gefielen mir besonders, nichts ist quadratisch, praktisch, gut wie es sonst oft zu finden ist - leider hat das auch dazu geführt, dass ich mich einmal total verlaufen habe :D
Mit Volker besuchte ich die Leonardo DaVinci Ausstellung. Anhand seiner Skizzen wurden 50 Maschinen in Originalgröße nachgebaut und einige durften sogar ausprobiert werden.



.

Als nächstes ging es nochmal in die Vatikanstadt. Somit habe ich sogar zweimal dem Papst "nahegestanden".
Süß fand ich die Elektroautos der Polizei, die dort überall rumstehen.

In der Vatikanpost waren wir auch.

Volker und ich auf dem Platz vor der Peterskirche auf dem Vatikanplatz.
und wer schon immer wissen wollte, wo der Papst arbeitet ....

So, das war der kleine Einblick in die Römerzeit ;)
Demnächst geht es dann wieder mit Texas weiter. Diesen Donnerstag ist Thanksgiving, aber da wir keine Gäste erwarten, haben Volker und ich (auf Drängeln meinerseits) beschlossen den Truthahn woanders zu essen. Mittwoch machen wir uns auf den langen Weg zum Big Bend National Park, der liegt ziemlich remote im Westen von Texas. Bis Alpine, 100 Meilen vor dem Park ( viel dichter dran gibt es kaum Motels, schon gar nicht um einen Feiertag herum) sind es satte 10+ Stunden Autofahrt. Grausich, aber der Gedanke endlich mal wieder ein neues Stück Texas zu sehen ist toll.
Bis dahin, macht's gut und liebe Grüße!

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