Heute ist Wahltag und jeder Amerikaner sollte bis heute Abend seine Stimme abgegeben haben.
Wer es heute nicht zu seinem Wahllokal schaffen könnte, hatte vorher schon Zeit seine Kreuzchen während der Early Vote Period (Frühwahl, ein Zeitraum je nach Staat von unterschiedlicher Dauer - Tage, Wochen) auf dem Stimmzettel zu verteilen.
Eine deutsche Zeitung hat mal eine Erklärung zum Wahlsystem geschrieben, und ich dachte, ich kopiere einen Auszug daraus:
Die 57. Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika findet am 6. November 2012
statt. Die Bestimmung des Wahltages stammt aus einem Beschluss des
Kongresses im Jahr 1845: Die Wahl soll am Dienstag nach dem ersten
Montag im November sein. Ursprünglich gab es eine Periode von 34 Tagen,
bis das Electoral College in Washington zusammentrat und den
Präsidenten formal wählte. Diese Zeit brauchten die Wahlmänner, um aus
allen Staaten in die Hauptstadt an der Ostküste zu reisen,
denn die Wahl in einigen Tagen ist noch nicht die direkte Wahl
des Präsidenten: Durch die Wahlen wird in jedem Bundesstaat bestimmt,
welche Partei ihre Wahlmänner in das electoral college, das
Wahlmännerkollegium, senden darf. Dieses Wahlmännerkollegium stimmt in
letzter Instanz über den neuen Präsidenten ab. Insgesamt gibt es 538 Wahlmänner
- in jedem Staat so viele, wie Abgeordnete in den Kongress entsandt
werden. Also 100 Wahlmänner für 100 Senatoren aus 50 Bundesstaaten, 435
Wahlmänner entsprechend den Abgeordneten im Repräsentantenhaus und drei
Wahlmänner für den District of Columbia.
Alle Wahlmännerstimmen eines Staates werden für den Kandidaten abgegeben, der die Mehrheit der Stimmen im Staat erhalten hat ("The Winner Takes It All"-Prinzip).
Für die Kandidaten ist es besonders wichtig, die Wahlen in
bevölkerungsreichen Bundesstaaten zu gewinnen, da diese viele
Wahlmännerstimmen bringen. Zu den begehrtesten Staaten gehören
Kalifornien mit 55 Wahlmännern, Texas (38), New York (29) und Florida
(29). Die kleinsten Bundesstaaten entsenden mindestens drei Wahlmänner.
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Da auch die Wahlbeteilung in den Staaten etwas zu wünschen übrig lässt, ist der Wahlkampf hier ein echtes Spektakel.
Vor ein paar Tagen flog mir dieser Beispielzettel eines Wahlzettels ins Haus, schön an die Tür geklemmt, und ich dachte mir: hmm, den poste ich doch mal. Er ist von den Demokraten verteilt worden, unschwer zu erkennen.
Texas ist ein weitgehend roter Staat, republikanisch, und die Demokraten kämpfen hart um jede Stimme.
Generell kann man sagen, dass der Süden und mittlere Teil republikanisch wählt. Sofern sie denn wählen gehen. Je nach Staat sind die Gesetze unterschiedlich, was es nicht einfacher macht. In den meisten Fällen muss man registrierter Wähler sein, U.S. Bürger und über 18 Jahre.
Es gibt dann noch Ausnahmen, je nach Staat und Gemeinde, wie gewählt wird und wer wählen darf.
In einigen Gegenden dürfen z.B.: Vorbestrafte nicht wählen, Heimatlose und Native Americans auch nicht, einige Counties verlangen eine Fotoidentifikation (Brownsville nicht) usw.
Wie auf dem Beispielzettel zu sehen ist, wird heute nicht nur der nächste Präsident gewählt, sondern man wählt auch gleich lokal seine verschiedenen Richter, Staatssenatoren, Mitglieder des Vorstandes für das öffentliche Schulsystem, den Eisenbahnbeauftragten, wer für die Eintreibung und Verteilung von Steuern zuständig ist, usw.
Wenn ich jetzt den Fernseher anschalten würde,könnte ich bereits die ersten Hochrechnungen für die Präsidentschaftswahl sehen, aber das verkneife ich mir. Ich bin gespannt wie das Rennen ausgeht, es könnte knapp werden. Vielleicht aber auch nicht.


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