Donnerstag, 16. August 2012

Auf geht's nach Schottland

Von London ging es auf nach Ayr, unserem ersten Stop. Man fährt fast acht Stunden dorthin, ziemlich uninteressante Strecke, Autobahn halt. In Schottland angekommen, fuhren wir durch mehrere kleinere Orte, und dort erblickten wir dieses Prachtstück
Es handelte sich um Drumlanrig und wurde zu unserem ersten gemeinsamen Foto auserkoren.
Willkommen in Schottland :)
Danach ging es schnurstracks zu unserem B&B. In Ayr hatten wir sehr nette Gastgeber, die auch einen guten Tip für unser Abendessen hatten: das Elliot's. 
Dort haben wir eine schottische Vorspeisenplatte geteilt und unseren ersten Haggis probiert (der war überraschenderweise sehr lecker!). Alles was wir bestellt haben war richtig gut und ist somit in meine persönliche Merkliste gewandert :)
  
Von Ayr nach Ft. William

Nach einem typisch schottischen Frühstück ging es frisch gestärkt am nächsten Morgen weiter.
                             Eier, gebackene Bohnen, Schinken, Würstchen, gebackene Tomate, Champignons und Toast)                               das Bild habe ich mir von http://donntodusk.blogspot.com/2012_06_01_archive.html geliehen
Ach ja, und Bob bekam vorher noch seinen Mietwagen geliefert, einen Jaguar .... man(n) gönnt sich ja sonst nichts. Unser Peugot Diesel 3008 war zwar groß genug für uns alle, wenn auch gerade so, aber zusammen mit dem Gepäck war es ziemlich knapp. Da wir jeden Tag umziehen und etliche Meilen fahren würden, waren zwei Autos schon bequemer ... aber ob ein Jag eine clevere Wahl war??? 
Wir machten uns also auf den Weg Richtung Fort William. Bereits nach den ersten 30 Minuten hatte Bob sich zwei kräftige Schnitzer in die Reifen gehauen - bei den Straßen kein Wunder, und außerdem muss man sich ja auch an das Linksfahren und das Auto erst gewöhnen. Glücklicherweise konnte Bob damit weiterfahren, aber immer wenn wir anhielten, wurde kontrolliert.
Auf dem Weg sollten wir unbedingt beim Culzean Castle anhalten, hatte unser Host gesagt. Da es, wie man sieht regnerisch war, gibt es von der Wegstrecke nicht viel zu berichten. Unser Interesse wurde erst geweckt, als wir aus dem Fenster eine Ruine erblickten. 
Wir waren uns nicht so sicher, ob wir aussteigen wollten, aber Neugierde siegte dann doch. Auf in den Regen!
Dem Schild konnten wir entnehmen, das es Dunure Castle war. Viel war nicht mehr davon übrig, aber es stammt auch aus dem 13ten Jahrhundert, da darf es ein bischen verwittert sein ...
Irgendjemand hatte sich viel Mühe mit diesem Labyrinth gemacht, es war aus Steinen gelegt und mit Wildblumen bepflanzt.
Weiter ging es zum Culzean Castle. Es ist auf einem riesigen Grundstück gelegen und mit einem wunderschönen Garten umgeben. Der Besitz gehörte der Kennedy Familie, eine der ältesten in Schottland, ist jetzt aber im Besitz des National Trust of Scotland, die sich um die Erhaltung kümmern.
Der Waffensaal. Er zeigt eine beeindruckende Sammlung von Pistolen, Schwertern und Säbeln und ist die zweitgrößte Kollektion seiner Art (die größte besitzt Windsor Castle). Im Jahre 1812 kaufte der 12te Earl die Waffen auf und schiffte sie in zwölf Kisten nach Schottland,wo sie heute als Kunstwerke an den Wänden zu bewundern sind.
Nach der Besichtigung wollte ich gern noch den Garten durchlaufen, der wirklich sehr schön angelegt ist, aber dabei stießen wir dann auf den ersten Protest - Joe hasst Spazierengehen! Er ging also stattdessen etwas Essen und wir anderen machten unsere Tour. Da alle außer mir ein Handy besaßen, würden wir uns später irgendwo treffen.

Wir verbrachten ziemlich viel Zeit mit Spazierengehen und vergaßen fast, dass wir ja Joe einsammeln mussten. Uuups ....der hatte uns schon versucht zu erreichen, aber dummerweise hatte es keiner bemerkt. Doppelt uuuuuups ;) ... und spät war es auch geworden ....
Wir hatten noch eine längere Strecke vor uns, und alles wäre kein Problem gewesen, wären wir nicht plötzlich ausgebremst worden - wir standen im Stau.
Es war nicht zu erkennen was die Ursache dafür sein könnte, auch nach einer halben Stunden nicht, also parkten wir erstmal und überlegten was schlauer wäre: umkehren oder auswarten. Wir entschieden uns für letzteres, denn alles andere wäre ein riesiger Umweg gewesen.
Nach über einer Stunde riefen wir vorsichtshalber bei unseren Gastgebern an, dass wir uns verspäten würden. Inzwischen drehten viele der Autos um, aber wir blieben wo wir waren. Irgendwann musste es doch weitergehen ...    
Nach zwei Stunden oder so bewegte es sich endlich. Wie sich herausstellte, hatte es eine Schlammlawine gegeben und unsere Straße nach Fort William war nicht mehr zugänglich. Die Polizei zwang uns zu einer Umleitung, und das bedeutete, dass wir wahrscheinlich erst um 22 Uhr in Ft. William ankommen würden.
Das ist nicht nur unhöflich seinen Gastgebern gegenüber (die bis 19 Uhr gesagt hatten), sondern wir würden auch nichts mehr zu essen bekommen. Restaurants und Kneipen schließen in Schottland ziemlich früh, meist bei 10 Uhr abends.
Unsere Gastgeber empfingen Volker und mich sehr verständnisvoll. Sie boten uns an belegte Brote und Tee zu machen, falls sogar McDonalds zuhaben sollte. Und MäcDoof hatte natürlich zu, aber wir wurden trotzdem fündig: bei einem Dönerladen, wie kann es anders sein. Auf die ist eben Verlass :) Wir fanden sogar noch einen Pub, der erst um 1 Uhr morgens schloss, somit gab es auch noch ein Bier. Man, was für ein Tag! Wir waren erledigt und fielen nur noch ins Bett: Endlich Schäfchen zählen ...
Am nächsten Morgen ging es auf nach Isle of Skye. Diesmal ohne große Umwege und irgendwelche Schlösser, man weiss ja nie was kommen kann, nur einen Stop für die Schäfchen legten wir ein.
Bevor man die Brücke zu Skye überquert, kommt man an einer Ruine vorbei, die einfach ein Muss ist:
Eileen Donan Castle - oder auch das Highlanderschloss (es kann nur einen geben!) aus dem Film.
... aber dann ging es weiter auf nach Skye. Davon später mehr.

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