Dienstag, 4. September 2012

Ein Blick auf die Orkneys

Um auf die Orkney Inseln zu gelangen, nahmen wir die Autofähre nach Kirkwall. Dazu mussten wir aber erstmal an die Nordspitze Schottlands und auf dem Weg dorthin bekamen wir auch endlich ein paar schottische Hochlandrinder zu Gesicht.
Muhhhhhh, hairy coo :oD

Die Überfahrt nach Orkney ist nicht lang, es sind nur sowas wie 10 Kilometer, aber den Tag merkte man, dass das Klima etwas kälter sein würde. Es war recht neblig, und somit nicht viel zu sehen.
Die Orkney Inseln bestehen aus einer Hauptinsel mit vielen kleineren angegliederten Inseln, und der größte Ort dort ist Kirkwall. Da wir nur eine Übernachtung gebucht hatten, wurde unser Zeitplan etwas straffer.
 Angekommen ...

 Unser erstes Ziel war Skara Brae. Eine der ältesten, noch erhaltenen, Siedlungen auf Orkney.
Sich alte, verfallene Steinbauten anzusehen ist zwar mal ganz interessant, aber bei Wind, Regen und Nebel freut man sich schon sehr bald auf etwas Warmes. Typisch schottisch natürlich, und in flüssiger Form wäre noch besser.
Bob freute sich ganz besonders darauf, denn die einzige Destillerie auf Orkney produziert seinen Lieblingswhisky: Highland Park.
 
Joe, Ana, Volker und ich hatten eine einfache Brennereitour gebucht, aber Bob gönnte sich die Spezialführung mit anschließender Whiskyprobe. 
Unser Tourexperte war James, der uns von der Keimung des Getreides, über die Fermentierung bis hin zur Reifung im Fass alles genau erklärte. Wer genau wissen möchte wie Single Malt Whisky hergestellt wird, kann auf den LINK gehen und die deutsche Beschreibung lesen.
Die Kupferkessel kann man während der Herstellung normalerweise nicht besichtigen, nur von der Tür her einen Blick werfen, aber den Tag war gerade Kontrolle der Destillerie und somit durften wir rein. Highland Park scheint striktere Regeln zu haben, denn alle anderen Destillerien haben uns (Volker und mich) damals immer durchgeführt.
Was sagt deine Nase? Bob und Joe schnupperten an den Fässern. Eines war vorher mit Sherry gefüllt gewesen und das andere nicht. Schnuppern allein macht allerdings nicht glücklich, und Bob freute sich danach um so mehr auf seine Verköstigung. Bei der einfachen Tour bekommt man nach der Tour an der Bar einen 15 Jahre alten Highland Park zum Probieren, aber wenn man die Spezialtour bucht, wird man in einen extra Raum geführt, wo es so aussieht:
Der Zufall wollte es, dass eine Gruppe vor uns nicht erschienen war und somit lud James uns ein deren Platz zu übernehmen. Wir würden drei Whiskys probieren dürfen (12,15,18 Jahre alten ) und Bob sieben (12,15,18,21,25,30,40). Yeah, more bang for your buck!!! Wir bekamen eine Einführung was man in dem jeweiligen Whisky schmecken könnte, und danach durften wir kosten. Es war wirklich toll gemacht, und um das Wort kurz an meinen Schwager zu richten: Harry, hier wartet eine kleine Kostprobe für dich!

Aufgewärmt machten wir uns wieder auf den Weg, mit kurzem Stop an der Saint Magnus Kathedrale und dem Bishop and Earl's Palace
Als nächstes ging es nach Stenness zum Ring of Brodgar. Ähnlich zum Stonehenge findet man hier aufrechte Steinplatten, und ca. 27 der 60 Monumente sind noch erhalten.
Für den nächsten Tag hatte ich etwas besonderes vor. Ich wollte Papageientaucher (Puffins) sehen! Diese kleinen pinguinähnlichen Vögel haben es mir angetan, und es gibt sie hauptsächlich auf den Orkneys. Aber wo genau? Bisher war uns nicht einer über den Weg geflogen. Wie gut, dass es das Internet gibt, dort würden wir bestimmt einen Hinweis bekommen - und richtig, wir wurden fündig: an den Klippen von Birsay.
Birsay liegt im Nord-Westen und ist nur zu Fuß und bei Ebbe erreichbar, wir planten unsere Ankunft daher sehr genau.
 Vorher gab es wieder etwas Geschichte ;)
Nachdem wir uns die Überreste angeschaut hatten, machten wir uns auf zu den Klippen. Würden wir Glück haben? Fakt ist jedenfalls, dass man nicht einfach so einen Papageientaucher zu Gesicht bekommt, man muss sich dafür schon etwas anstrengen. Wie heißt es doch so schön: Ohne Fleiß kein Preis.
... und wenn man sich dafür über steilabfallende Küsten hängen muss ....
Ana und ich waren total begeistert! Die kleinen Clowns hüpften auf den Felsen herum wie Pinguine, nur das sie auch fliegen können.
Ich bin mir nicht ganz sicher was dieser kleine Kerl hier ist, aber ich vermute mal ein Razorbill
Nachdem wir uns sattgesehen hatten, machten wir uns auf den Rückweg.
Ich bin ganz sicher, dass diese aufgeschichteten Steine keine 2-5000 Jahre alt sind ....

Als letztes stand Broch of Gurness auf dem Programm. Es gibt über 500 dieser aus Steinen geformten Turmbauten oder Siedlungen, die meisten davon in Küstennähe. Orkney mit seiner Lage ist bekannt dafür, aber da ich kein Archäologe bin, sahen die Siedlungen für mich ziemlich gleich aus.
Am Abend des nächsten Tages nahmen wir wieder die Fähre zurück zum Festland, wo wir Zwischenstop im Aislach B&B machten, bevor wir Richtung Inverness und Edinburgh aufbrechen würden.
 Irgendwie sah es mir nicht schottisch aus ...
 es hätte auch irgendwo in Deutschland sein können
Am nächsten Morgen ging es dann aber zum Endspurt über: Nessie jagen und die Männer in einen Kilt kleiden. Seid gespannt.

3 Kommentare:

  1. Hmmm Wiskey, hab auch gerade zollfreien von meiner letzten Seereise mitgebracht. Prost! Tina

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  2. Lecker highlandpark, lässt es euch schmecken. Gruß Tim

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  3. Hah, mit dem Whisky haben wir euch jetzt gekriegt ;) Cheers, ihr Beiden!

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