Heute vor einem Jahr haben wir unser Paulchen verloren. Unseren kleinen Clown. Er war wirklich etwas ganz besonderes. Aber das sind sie ja immer für einen. Ich erinnere mich gerne an Dinge wie:
Paulchen steht im Garten wie ein kleiner Pitbull und knurrt unsere Nachbarn an - Wachkater Paulchen meldet sich zu Dienst :)
oder: der kleine Flegel wälzt sich quer durch mein Blumenbeet,bekommt Schimpfe - und macht es gleich nochmal :)
... auch die Geschichte mit Bear dem Labrador lässt mich schmunzeln, beide jagdten gleichzeitig hinter dem Tennisball hinterher.
- überhaupt hat er gerne gespielt, besonders gern hat er sich von hinten angeschlichen und mich versucht zu erschrecken, oder wir haben packen gespielt, "du bist" klappte prima
Und nicht zu vergessen: er war soooooooooooooooooooooooooo lieb, hat nie gekratzt oder gebissen, jeder hat ihn sofort liebgewonnen.Und neugierig war er, musste alles wissen.Vielleicht ist er deshalb auf der Hauptstraße gelandet, rausfinden werden wir es wohl nie.
Wir vermissen ihn wirklich immer noch sehr. Er war das kläglichste Etwas als wir ihn gefunden haben, und ich bin immer wieder erstaunt, wie dankbar sich die kleinen Findlinge erweisen.
Genau deswegen ist dieser Post jetzt unseren Katern gewidmet, ein Bericht über unsere Samtpfoten.
Wenn ich könnte, würden sie ihre Zeit nur im Haus verbringen, ich würde mich besser fühlen. Man möchte sie ja in Sicherheit wissen, aber noch haben wir keine Dauerlösung für dieses Problem gefunden.
Morgens wache ich oft von dem Gefühl angestarrt zu werden auf. Sammy sitzt dann vor meiner Bettseite und wedelt fröhlich vor sich hin. "Aufwachen, Dosenöffner, los!" Meist bin ich noch zu müde, aber wenn ich nicht aufstehe, hüpft der kleine Brocken auf's Bett, schiebt seinen Kopf unter meinem Arm durch und gibt nicht eher ruhe bis ich in die Küche schlurfe. Samchen rennt wie der Blitz vorweg. Greife ich zum Dosenfutter, er bekommt es nur im Wechsel mit Trockenfutter, tanzt er wie ein Brummkreisel durch die Gegend, maut und macht Männchen - absolut filmreif. Man könnte denken, dass er am Verhungern wäre, er futtert halt gern - hat er wohl von der Familie gelernt ;)
Sammy ist ein bischen wie Paulchen, denke ich zumindest manchmal, wenn er mich zum Spielen auffordert. Er kommt dann an, mauzend, guckt mich an und wenn ich Anstalten mache mich auf ihn zuzubewegen, macht er einen witzigen Laut und rennt vor mir weg. Er jagd auch gerne seinen Federpuschel. So lieb wie Paulchen ist er allerdings nicht, auch wenn er nicht wirklich ernsthaft beisst oder kratzt - aber tatzt oder angelt mit der Pfote (daher kommt Fischermann). Es fehlt ihm die Geduld. Die hat er nur, wenn ich sein Fell bürste - das darf ich stundenlang machen, dafür kommt er immer wieder an :)
Kuschelzeit will er auch, am liebsten auf dem Schoß seiner Dosenöffnerin.
Inzwischen folgt er auch Tiger raus in den Garten und legt sich am liebsten auf den Terrassentisch (wenn ich nicht gucke) oder aber in die Nähe von Tiger. Der versucht ihn, so gut es geht, zu ignorieren, aber leider gelingt ihm das nicht besonders gut. Sammys Anwesendheit gefällt ihm einfach nicht. Ein Meter Sicherheitsabstand muss sein.
Inzwischen ist er dazu übergegangen sich bei mir über Sammy zu beschweren oder aber, in bestem Falle, mit Sammchen zu kommunizieren indem man erst merkwürdige "äh äh äh äh ähhhhhhh ä ä" Laute von sich gibt. Legt Sam sich danach brav hin, ist erstmal Ruhe, wenn das nicht hilft wird geknurrt und gefaucht. Sollte diese Warnung nicht genügen, gibt es auch schonmal ein paar hinter die Ohren. Wenn die Beiden ganz besonders schlecht drauf sind, wird sich heimlich angeschlichen und attakiert - da fliegt dann auch mal Fell, von beiden Seiten. Nachgeben auf Dauer gibt es bei uns im Hause nicht, Alphakater hoch zwei - seufz.
Wer ist der Stärkere? Und wer beginnt die Provokationen? Ich denke beide - im Wechsel. Schon komisch, Paulchen konnte Sammy, als wir ihn nur vom Streunen her kannten, auch nicht leiden.
Tiger kam mit Paulchen besser zurecht, außer wenn der "Dicke" mal wieder spaßeshalber auf ihn draufgepaunzt ist - da war Tiger dann auch sauer. Wer will schon im Vorseniorenalter spielen ... Er mag am liebsten seine Ruhe, eine andere Fellnase müsste es für ihn nicht geben. Eigentlich verwunderlich, denn in Florida hat er manches Mal mit einem ganzen Haufen Samtpfoten zusammengehockt, er sollte es also kennen. Naja, aber wir Menschen können ja auch nicht jedem auf's Fell gucken, oder?
Unsere beiden Schleicher haben heute jedenfalls ganz besonders viel liebevolle Zuwendung bekommen, und für Paulchen hoffe ich, dass es hinter der Regenbogenbrücke viele spielfreudige Kätzchen gibt.
Er ist und bleibt unvergessen.






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