So, der Countdown läuft, die letzten Vorbereitungen sind im Gange. Ich glaube, so lange habe ich noch nie zum Zusammensuchen unserer Sachen gebraucht. Irgendwie bin ich mir echt nicht schlüssig was wir dieses Mal mitnehmen müssen. Die Koffer sollen so klein wie möglich werden, aber da wir aus dem Koffer leben, kann ich nicht nur für ein paar Tage packen. Dann noch Kameratasche, Hochzeitsbekleidung, Rucksack und so ins Handgepäck, und wir sind voll beladen.
Unsere Kater merken auch schon, dass irgendwas nicht stimmt. Tiger futtert seit einiger Zeit nur noch teelöffelweise, was mir echt Sorgen macht (er ist schon so dünn geworden) und Sammy hat kahle Stellen im Fell bekommen. Dazu kröten die Beiden sich ständig an. Hoffentlich geht das gut.
Als Katzensitter haben wir nun doch eine Studentin, sie will sich nicht nur um die Fellnasen kümmern, sondern auch um die Topfpflanzen und das Haus. Sie hat das Gästezimmer für sich, wenn sie will. Von unsere Nachbarn hatten wir nichts weiter gehört, obwohl sie mehrmals vorher vorbei kommen wollten um mit den Katzen bekannt zu werden. Gestern Abend habe ich mir dann den Hörer gegriffen und abgesagt. Angeblich hatten sie unsere Nummer verloren, nie das Auto vor der Garage gesehen und angenommen wir wären nicht da. Man hätte ja klopfen oder eine Notiz an der Tür hinterlassen können, aber auf die Idee sind sie wohl nicht gekommen.
Shirl, unsere vorige Katzenlady, hat ihre kleine Hündin verloren; 16 Jahre waren sie unzertrennlich und nun ist Pearl über die Regenbogenbrücke gegangen. Die Nachricht kam gestern. Ich kann gut nachempfinden wie sie sich fühlen muss, ganz allein in einem großen Haus. Ohne unsere beiden Samtis würde ich mich auch seeehr einsam fühlen. Ich habe ihr angeboten Tiger und Sammy zu besuchen wann immer sie möchte, natürlich nach Absprache mit unserer Studentin, und ich glaube Shirl war ganz angetan von der Idee und wird tatsächlich vorbeikommen, wenn ihr nach etwas felligem ist. Sie war schon vorher traurig, dass sie gesundheitlich nicht mehr in der Lage ist auf die beiden für längere Zeit aufzupassen, nicht nur wegen dem fehlenden Einkommen, welches sie gut gebrauchen könnte. Das amerikanische Gesundheitssystem ist auch nicht das Gelbe vom Ei, wie vielleicht einige von euch wissen.
Volker ist noch in Louisiana und kommt erst morgen Nacht zurück. Dann bleibt uns noch ein Tag für alles was dann noch zu erledigen ist. Bevor er losgeflogen ist, hat er noch schnell die Bewässerung für die Gemüsebeete und Topfpflanzen verbessert, somit hoffe ich auf einige Überlebende. Der Juni ist immer kritisch, aber dieses Jahr haben wir wirklich mit allem zu kämpfen: Trockenheit, hohe Luftfeuchtigkeit und Ungeziefer - ich kann zugucken wie die Arbeit der letzten Monate langsam vor sich hin sicht. Zumindest ein paar Bilder habe ich noch schnell gemacht, damit ich nicht vergesse, was so in unserem Garten wuchs.
Das neue Gemüsebeet mit Tomaten, Jalapenos, grünen Parika, Basilikum, Tagetes und Rosmarin. Die Tomatenpflanzen sind ziemlich betroffen, aber der Ernte tut das kaum Abbruch. Alle Pflanzen tragen Früchte und die ersten Tomaten haben wir schon lange verputzt. Unsere Jalapenos und Paprikas werden wir leider nicht probieren können. Sie sind noch etwas zu klein, aber Luisa wird sicherlich fleißig ernten können.
etwa 15 meiner 38 Gladiolen haben es bis zur Blüte geschafft
die Plumeria hat fast drei Jahren zum Anwachsen und "Reifen" gebraucht, jetzt steht sie schön in Blüte. Mal sehen, ob noch etwas davon übrig ist, wenn wir zurückkommen.
... und ein Überraschungsblüher, unsere Canna "Tropicana", die allererste Blüte. Die Blätter sind auch sehr schön, mehrfarbig, aber das leuchtendeorange der Blüte ist schon von weitem sichtbar.
Ausgerechnet jetzt, wo Volker das System auf regelmäßig alle zwei Tage "regnen" eingestellt hat, hat sich das Wetter erbarmt Regen zu schicken. Bisher allerdings nur einen kräftigeren Schauer pro Tag. Aber, es braut sich im Golf etwas zusammen; was es wird, wie stark und in welche Richtung wird sich am Wochenende zeigen. Hoffen wir mal, dass es kein Sturm wird, und wenn, dass es auf das Meer zieht, sonst hätte ich keine ruhige Minute mehr.
Gerade erst habe ich mich etwas entspannen können was Volkers Arbeitsplatz angeht, die Kündigungen für dieses Jahr sind wohl raus und wir haben keinen Bescheid bekommen (Danke!), aber wie es nächstes Jahr weitergeht steht noch in den Sternen. So richtig zur Ruhe komme ich einfach nicht.
Mein Geburtstag war auch eher unspektakulär, aber das ist er meistens. Volker wollte eigentlich mit mir Essen gehen, aber da unser Kühlschrank etwas leerer werden sollte, konnte ich ihn zum Kochen bewegen. Ist mir auch viel lieber. Die Restaurants hier habe ich schon alle rauf und runter, langsam schmeckt alles gleich. Mit Fabio, Margaret und Leo waren wir aber am Donnerstag letzter Woche bei einem Mexikaner in Harlingen, den ich zufällig im Internet über Urbanspoon gefunden hatte - noch ein echter Geheimtip. Tolle familiäre Bedienung und lecker war es auch. Fast so gut wie eine kleine Feier :)
Ein paar Tage vorher waren wir zur Ballettaufführung der 12jährigen Tochter unserer indischen Bekannten eingeladen. Es war echt schön, alle Altersklassen von 3-ca. 21 waren vertreten und besonders die ganz kleinen Tanzmäuse (im Alter von 3-5, glaube ich) waren zu niedlich. An Kunst hat es zwar noch etwas gemangelt, aber einige waren so bei der Sache, dass ich mir tatsächlich eine kleine Träne wegwischen musste. Und wie sehr sie schon den Bühnenabgang geübt hatten, absolut theaterreif. In der Pause huschten wir Ladies zu Shreya, die ganz aufgeregt war. So oft tanzt man ja nicht vor Publikum.
die Großen fingen an
die Kleineren tanzten zusammen mit den etwas Größeren ;)
süß sehen sie aus, oder nicht?
Shreyas Mama steckte noch schnell die Haare fest
Pu und ich mit Shreya in der Pause
Shreyas Auftritt (sie ist rechts im Bild)
das große Finale
... und noch schnell ein Gruppenfoto von Pu gemacht
Weil es uns so gut gefallen hat, sind wir am nächsten Abend nochmal hingegangen, aber dieses Mal war es mexikanische Folklore, Jazz, Steptanz und Ballroom. Man merkte gleich, dass hier langjährige Praxis vorhanden war. Der mexikanische Teil war nach Regionen aufgeteilt und der Rest des Programmes war bunt gemischt. Von klassisch (Steppen zu Bolero von Ravel!) bis modern (getanzt zu "I'm sexy and I know it") und von Stepeinlagen bis hin zu den nationalen Tanzmeistern der Schülerklassen war alles dabei. Auch der Abend war schön und abwechslungsreich, aber wären wir nicht zu Shreyas Aufführung den Abend vorher gegangen, hätten wir von diesem Programm gar nicht erfahren. Wie für die meisten Dinge hier im Valley muss man jemanden kennen, der Jemanden kennt und es einem mitteilt.
So, hiermit verabschiede ich mich erstmal für die nächste Zeit. Nach unserem Urlaub wird es weitergehen.
Bis dahin, liebe Grüße aus TexMex-Land!





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