Samstag, 16. Mai 2015

Capitol, mit einem großen C

Volker und ich waren mal wieder zusammen unterwegs, dieses Mal in Silver Spring, Maryland, wo Volker zu einem Workshop musste. Weil wir gerade in der Nähe waren, und es sowieso auf einem Freitag endete, hat Volker noch einen Tag drangehängt für Washington DC, was nur ein paar Metrostationen entfernt liegt. Vier Tage durfte ich mir also die Gegend ansehen, und muss sagen: Sorry Manhattan, so gern ich mir den NY Trubel um die Nase wehen lasse .... du bist gerade auf den zweiten Platz verwiesen worden.

Silver Spring ist etwa so wie die kleineren Vororte von Hannover. Es bietet genug um nicht ganz langweilig zu sein, ist aber nah genug an DC dran um mit den Öffis in einer halben Stunde in die Großstadt zu gelangen. Donnerstag lief ich erstmal die nähere Umgebung ab, machte mich mit meinem Umfeld vertraut. Es gibt sowas wie Downtown, mit Geschäften, Restaurants und Kino, Theater, usw., aber nur einen Block weiter und man lief zwischen süßen, kleinen Häuschen rum, mit entzückenden Vorgärten. Frühling, alles blühte!

Freitag wagte ich mich dann alleine in die U-Bahn. Ach war das schön, und so einfach! Nicht halb so verwirrend wie in New York, oder besser gesagt: super ausgeschildert und nicht so schäbig gruselig ...
An der neunten Station stieg ich aus, Metro Center, lief die G Street bis zur 12ten Straße, und war Mitten im Geschehen. Dort war ich dann sehr dankbar für die vielen Bäume, denn die Sonne meinte es zu gut.
Das Washington Monument sieht man schon von Weitem.
Mein Ziel war die Lincoln Statue, so ziemlich am Ende der Mall, und von da aus wieder in die andere Richtung Capitol. Unterwegs sah ich dann Menschenmassen, die sich an einer der Gedenkstätten konzentrierten, und Flugzeuge. Was war denn hier los? Etwa eine Flugshow?
Die Antwort bekam ich von Ken, der mir über den Weg lief, und mit dem ich ins Gespräch kam.
Es handelte sich um den 70ten Jahrestag des VE-Days, dem Victory in Europe Day, oder auch die Feier zum Kriegsende am 8.Mai 1945  Ein einmaliges Ereignis, den normalerweise ist der Flugraum über Washington DC nicht freigegeben.
Die Flugzeuge, welche ich sah, flogen zu Ehren der Veteranen, die zahlreich um das Kriegsdenkmal herumsaßen. Man konnte richtig spüren wie berührend das für viele Anwesende war.
Da meine Kamera leider bereits gleich zu Anfang den Geist aufgab, gibt es hier für Interessierte den offiziellen Link: http://ww2flyover.org/
Ken, selbst früher in der Navy gewesen, erkannte jedes einzelne Flugzeug schon von Weitem. Er erzählte mir auch zu jedem ein paar Einzelheiten. Nach dem Überflog löste sich die Menschenmenge langsam auf, vorher wurden aber noch viele Hände geschüttelt und Dankesworte ausgetauscht. Ich fand das zimlich beeindruckend wie viele Leute auf die Veteranen zugingen und sich für den "Service" bedankten, und auch jeden anderen, der in Uniform anwesend war, mit einbezogen.
Ken und ich klönten dann noch eine Weile, und als ich endlich weiterkam, war es auch schon später Nachmittag. Wenn ich jetzt noch etwas Sehen wollte, musste ich mich etwas beeilen.
Ich hetzte also gleich durch zu Abraham Lincoln durch, wegen dem hatte ich schliesslich die Richtung eingeschlagen.
Da ich nicht wusste, ob wir uns abends noch mit Volkers Kollegen treffen würden, schleppte ich mich danach zurück zur U-Bahn. Das hatte schon mal gut geklappt, auch wenn ich viel weniger gesehen hatte als ich ursprünglich eingeplant hatte. Für das Weiße Haus hatte ich keine Zeit mehr. Kaputt war ich trotzdem.
Abends zogen Volker und ich dann gemeinsam los, auf der Jagd nach etwas Essbarem. Dabei fanden wir eine ehemalige Feuerstation, die zu einer Sportsbar umgestaltet worden war. Die hatten richtig lecker Essen, und machten einen guten Manhattan, wie Volker mir vorschwaermte :)
Samstag zogen wir dann nach Washington DC um. Ich hatte mit viel Glück ein günstiges Hotel nah an der Washington Mall gefunden, also dicht an den Sehenswürdigkeiten von DC. Die Mall ist hier keine Einkaufsmeile sondern der konzentrierte Bereich wo all die Gedenkstätten und Museen angesiedelt sind, also fast genau dort, wo ich den Tag vorher bereits alleine rumgelaufen war.
Zuerst besuchten wir ... Einstein. Jawohl, der hat dort nämlich auch einen Platz.
Danach wanderten wir zum Vietnam Memorial, das hatte ich den Tag zuvor nur im Vorbeigehen gesehen. Dort hatte ich eine spezielle Aufgabe: den Namen von Pats Cousin (Pat aus Florida) auf den Tafeln zu finden. Er war ein Fighter Pilot und verschwand eines Tages - als er einen Doktor zu einer anderen Basis fliegen sollte ( MIA, missing in action)
Schon ziemlich bedrückend all diese Namen zu sehen ...
Volker und ich beschlossen danach wieder Richtung Museum zu gehen. Also quer durch den Park, vorbei an einer süßen Gänsefamilie
Wir verliessen den Park und gingen zu dieser Adresse:
Warum? Wer hier lebt? Na, Onkel Bambi!!! ;) Das ist das Weiße Haus

Wir wanderten ausserdem noch am Botanischen Garten vorbei, sahen das Washington Capitol - unter Bauarbeiten, und waren im Native American Museum.
Blick vom Capitol Richtung Washington Monument
Ausserdem sahen wir noch etwas Seltenes, und das ganz per Zufall, während wir zur U-Bahn Station gingen.
 Ein Albino Eichhörnchen!!!
Sonntag hatten wir dann noch einen halben Tag zum Herumlaufen. Nach einem Frühstück im Sculture Garden wanderten wir dort auch noch ein bischen umher.
 die optische Täuschung
Alien?
der silberne Baum
der hier erinnerte mich irgendwie ... ja an wen doch gleich .... ach ja, Dja dja Bings :) oder an einen abgemagerten Osterhasen ....
Danach ging es noch zum Naturhistorischen Museum.
Mineralien und Edelsteine 
Der Malachite sieht aus wie ein Fisch, findet ihr nicht?
Und wer schon mal wissen wollte woraus ein Auto besteht ....
 Leuchtende Steine :)
 und wer wusste, das die Spitze des Washington Monuments aus Aluminium war?
Wir lernten auch gleich noch ein bischen über Kalifornien :)
Bei Tina und Steffen hat es ja erst kürzlich gewackelt, wie man sehen kann. Ganz schön erschreckend. Ich hoffe die Beiden haben auch so ein Notfalltäschen
 oder noch viiiiel besser: bleiben verschont!

Vier Tage gingen schnell vorbei, ich habe sie total genossen. Schön war es im großen C, dem Capital der US.
Und dann hieß es Bye Bye, ab in die U-Bahn und auf zum Flughafen.

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