Dienstag, 3. März 2015

New York die xte

Wie die Meisten von euch bereits wissen, muss Volker jedes Jahr Anfang Februar für den DAAD nach New York, und üblicherweise begleite ich ihn. Zugegeben, ich könnte mir eine bessere Jahreszeit als Winter vorstellen, aber der Big Apple bietet auch in der kalten Zeit genug.
Dieses Mal war es besonders lohnenswert, denn - tataaaa - ich habe kurzfristig Karten für die Daily Show mit Jon Stewart reservieren können. Volker liebt seine TV Show, und nachdem wir vor zwei Jahren schon Jimmy Fallon gesehen haben, war das noch mal ein Tüpfelchen auf dem I.
Die Reservierung garantiert einem nur leider keine Karte, man muss sich trotzdem um 2:30 pm in der Schlange anstellen und hoffen unter den ersten 120 dort zu sein, aber immerhin stehen hauptsächlich nur Leute an, die es online bereits versucht haben - plus ein paar die ihr Glück versuchen wollten.
Und es hat geklappt! Wir waren 88 und 89!!!!
Um 4:30 pm muss man dann wieder hin, ab da ist Einlass. Frieren war angesagt. Es wurde nur blockweise reingelassen, und erst nach einer Sicherheitskontrolle. Das dauerte natürlich.
Nach der Sicherheitskontrolle ging es dann ins Studio. Fotografieren war nur vor dem Warm-up und der Show erlaubt. Sie drohten sogar mit der Löschung von Daten, falls jemand sein Handy zücken würde!
Das Warm-up ist nichts anderes als die Vorgruppe bei einem Konzert. Man soll halt in Stimmung kommen. Brüllt, trampelt und klatscht so laut ihr könnt. Wie, das geht nicht besser? Gebt alles!!!! ... aber nur solange wie wir es euch sagen. Jubeln auf Kommando, für die Geräuschkulisse im Hintergrund - denn vom Publikum sieht man bei der Show nichts. Egal, wir haben Jon live erlebt, sein Gast war Bill Browder (siehe Wiki). 
Ich gebe mal den Link zur Show an, denke aber, das man sie in Deutschland vermutlich nicht sehen kann.

Ich freue mich jedes Mal wieder auf eine Broadway Show, ein Musical oder Theaterstück. Die Wahl fiel dieses Mal schwer, es gab nicht viel was entweder noch erhältlich war oder wir noch sehen wollten. Während wir also an der Ticketschlange anstanden und überlegten, empfohl uns eine Dame "Nevermore - The Mysterious Life and Death of Edgar Allen Poe". Klang schräg, also her damit! 
Und es war klasse, ziemlich skurril. Mal was ganz anderes :)
 Hier ein Ausschnitt
Und das hier wäre die Alternative gewesen :-D
Wir haben viel die U-Bahn genutzt, oder wie die New Yorker ein Taxi - es war einfach zu kalt - aber sobald die Sonne raus kam, musste sie genossen werden. Dann war es trotz Minusgraden angenehm. 
Nachdem wir unser Musical hatten, wollte ich gern noch ein Play, also ein Theaterstück sehen, und zwar "You can't take it with you" mit Earl James Jones. So richtig zum Ablachen.
Es ist die Geschichte der etwas sonderbaren Familie Vanderhof/Sycamore/Carmichael und spielt 1936 in New York. Das Stück ist eine Wideraufführung und hat damals, 1936, über 830 Vorstellungen gehabt. Das ist schon eine Menge.
Aber mal zur Familie und der Handlung.
Da wäre zum einen Penelope Sycamore, Mutter von Essie und Alice. Sie schreibt Theaterstücke und malt, ist aber frei von jeglichem Talent. Sie ist sehr um das wohlergehen ihrer Familie besorgt, besonders um das ihrer unverheirateten Tochter Alice.
Alice arbeitet in einem Büro und ist mit dem Sohn ihres Chefs verbändelt. So sehr sie ihre Familie liebt, so peinlich ist sie ihr auch. Sie ist sicher, wenn Tony ihre Familie kennenlernt, will er nichts mehr mit ihr zu tun haben, denn die Kirbys gehören zur angesehenen Gesellschaft. Als die beiden Heiratspläne schmieden bleibt ein Treffen der zwei Familien nicht aus. Wird Alice ihre Familie für das Zusammentreffen vorbereiten können?
Essie ist die jüngere, sehr kindische Tochter. Sie schwebt ständig durch das Haus, träumt von einer Karriere als Tänzerin und nimmt seit 8 Jahren Tanzunterricht Bei Boris - leider ohne Erfolg. Sie ist der Elefant in Ballettschuhen, aber Boris mag sie und will ihr die Freude nicht verderben. Wenn Essie nicht tanzt, stellt sie in der Küche Süßes her.  
Ed ist Essies Ehemann, ein Xylophon Spieler und Drucker. Er druckt so ziemlich alles was interessant klingt, von Speisekarten über allerlei Sprüche welche er in Essies Süßigkeitenkartons plaziert und verteilt. Seine Zeilen finden nicht immer Anklang, und Ärger ist vorprogrammiert.  
Rheba ist African-American und der gute Hausgeist der Familie. Sie ist ein ziemlich offener Mensch und hält auch nichts zurück. Sie kocht für alle und gehört, zusammen mit Ehemann Donald, fast zur Familie.
Donald ist Mädchen für alles, er hilft wo er kann.
Paul ist der Vater von Essie und Alice. Er baut mit Hilfe von Mr. DePinna Feuerwerkskörper im Keller seines Hauses ... manchmal geht das auch schief ...
Mr. DePinna kam vor 8 Jahren ins Haus um mit Paul zu sprechen. Seitdem lebt er dort. Er hilft nicht nur mit den Knallern sondern steht auch noch Modell für Mrs. Sycamores Gemälde.
Tja und dann sind da noch die Eltern von Tony, Mr. und Mrs. Kirby. Anthony ist der Vorsitzende von Kirby und Co., ist aber insgeheim nicht glücklich in seinem Job. Er züchtet Orchideen und gehört etlichen angesehenen Clubs an. Seine Frau Miriam ist eine Dame der Gesellschaft und als Hobby gibt sie sich dem Spiritualismus hin.
Familienoberhaupt ist der Großvater, ein etwas exzentrischer aber sehr ausgeglichener und fröhlicher Mensch. Er hat noch nie einen Pfennig Einkommenssteuer bezahlt. Der Staat weiss ja sowieso nicht was es mit dem Geld machen soll, meint Mr. Vanderhof senior, somit behält Grandpa seine Kröten und lebt frei nach dem Motto: Tue nichts was du nicht geniessen würdest. Das kann natürlich auf Dauer nicht gut gehen, und tatsächlich steht eines Tages ein Herr der Steuerbehörde vor der Tür.
Ihr seht, es geht etwas chaotisch in der Familie zu, besonders als die zwei unterschiedlichen Familien aufeinander treffen. Und als die Geschehnisse ihren Lauf nehmen, bleibt kein Auge beim Zuschauer trocken - versprochen. 

Wir haben wirklich herzhaft gelacht und können es nur empfehlen.  

Ein nettes Restaurant haben wir zum Schluss auch gefunden, in Hell's Kitchen. 
Ein kleiner Italiener mit dem Namen Tavola.
ICH habe Hummer Ravioli gegessen .... ICH!!! Die gar kein Seafood Fan ist. Aber sie waren wirklich superlecker, und die Raviolis waren dick gefüllt (gut, man bezahlt auch dementsprechend) alles was wir dort hatten war lecker, und die Bedienung hilft auch bei der Speisekarte. 
Ein würdiger Abschluss wie wir fanden. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen