Dienstag, 15. Oktober 2013

Unser kleiner Zoo...

... hieß ja unser Floridablog, und irgendwie passt es immer noch, auch wenn Leben im wilden Süden nicht ganz verkehrt ist. Erst heute Morgen hat Volker ein "Ahh, oh nee, was ist das denn - komm' mal schnell!" von sich gegeben, als er unter die Dusche wollte. Auf dem Duschhandtuch saß eine Tarantel. Nachdem der Badezimmergast vorsichtig in einer Tupperschale vor die Tür bugsiert wurde, ging der normale Alltag wieder los. Naja, fast.
Wir haben ja noch einen Gast, der auch ziemlich klein ist, allerdings nicht schwarz und mit weniger Beinen. Seitdem ist "normal" auch ein dehnbarer Begriff.
Unsere Fellnasen sind normalerweise brav bei Einbruch der Dämmerung zuhause, Sammy eigentlich immer, aber Tiger nutzt ab und an die Gelegenheit seine Freiheit auszukosten und büxt schonmal aus. Sein Freiheitsdrang ist nie verschwunden. Dann nutzt auch kein Rufen oder Gucken, er kommt aus seinem Versteck nicht raus - also heißt es warten, irgendwann gegen 22 Uhr steht er meist wieder vor der Tür. So auch dieses Mal, letzten Mittwoch, als wir ein klägliches Mauzen hörten. Alarmiert rannten wir zur Tür. Zu unserer Überraschung stand aber nicht Tiger vor der Tür, sondern ein kleines Kätzchen. Es muss ihm wohl gefolgt sein, denn Tiger war auch nicht weit. Allerdings war er ziemlich sauer über das Anhängsel. "Geh mir bloß aus dem Weg mit so 'nem Bündel!" fauchte es. Smokey, die immer noch ab und an zu Besuch kommt,  beschloss ebenfalls sofort wieder zu gehen; sowas musste auch sie nicht haben. Verstehe das einer. Ich dachte so kleine Zwerge haben eine Art Kittenschutz?
Wie auch immer, bevor die Großen ihn auffressen würden, landete der kleine Schnurrer auf meinem Schoß, und dort blieb er auch.
Am nächsten Morgen plazierten wir ein Schild an der Einfahrt, damit seine Familie ihn abholen kann. Das kleine Katerle erschien Volker frisch gebadet und in guter Verfassung, es musste also jemandem gehören.
Tatsächlich rief einen Tag später eine Dame an, die sich aber - oh Wunder - nach Smokey erkundigte. Jetzt wissen wir also, dass "Else" theoretisch einen Dosenöffner hat. Eine Sorge weniger. Weit ist es mit der Katzenliebe wohl allerdings nicht her, denn die Frau wusste weder ob Smokey ein kastriertes Männchen oder ein Weibchen ist. Auch befremdlich. Wenn ich für eine Katze sorge, dann bringe ich sie doch auch mal zum Tierarzt, oder? Die Leute hier lassen mich echt nur den Kopf schütteln, sorry. Zumindest brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, dass sie verhungert, wenn wir mal für ein paar Tage länger weg sind. Schon mal etwas.
Heute haben wir Dienstag und der kleine Zwerg ist noch hier. Ehrlich gesagt habe ich auch nichts anderes erwartet. Bis die hier merken, dass ihnen ihr Haustier entlaufen ist, muss schon eine Woche vergangen sein, und selbst dann sind die Besitzer noch recht entspannt. Das gilt besonders für Hunde (wie oft höre ich: "ja, der haut häufiger ab, aber er kommt immer irgendwann wider nach hause"). Mich regt das fürchterlich auf, denn ich finde es einfach verantwortungslos.
Die ersten Tage waren etwas stressig, so ein Zwerg ist ein Energiebündel ohne Grenzen, futtert auch pausenlos (noch ein "Mitesser" - oh Schreck!) und unsere beiden "Alten" hatten darauf keine Lust. Tiger sowieso nicht und Sammy wollte auch lieber seine Ruhe haben.
Das änderte sich Sonntag, als der Lütte unbeirrt Sammy zum Spielen aufforderte - quengeln können so kleine Zwerge gut - und Sammy plötzlich tatsächlich mit ihm durch die Wohnung jagte. Unser Sammy als Babysitter, wer hätte das gedacht. Ich war völlig platt. Inzwischen sind die beiden Freunde, balgen rum und sind total niedlich zusammen. "Mini" hat also nicht nur uns im Sturm erobert :)
Siehe hier: Sammy und Mini balgen und Buddies, zwei Videos auf meiner FB Seite, da Blogger ja leider keine längeren Videos direkt lädt.
Tja, so wie es aussieht, haben sich da Zwei gefunden. Sie essen gemeinsam (beide futtern am liebsten ständig und machen genau das gleiche Theater wenn es um die Mahlzeiten geht, und auch sonst sind sie sich sehr ähnlich), schlafen zur gleichen Zeit, und Sammy ist so aktiv wie nie zuvor geworden.Wie schön!
Selbst Tiger hat sich weitgehend von Knurren und agressivem Verhalten auf tolerierendes Schniffen reduziert - geht "Mini" aber trotzdem lieber aus dem Weg. Zuviel Orange und zuviel Action :oD
Sammy so happy zu sehen, nachdem er ja in Tiger schon keinen Freund gefunden hat, macht mich echt froh, aber ich sehe dem auch bedenklich entgegen, denn ....
wenn Mini gehen muss, werde wohl nicht nur ich traurig sein .....

2 Kommentare:

  1. Gut,.... damit ist dann jeder Gedanke euch irgendwann mal zu besuchen erledigt!!!
    Kat

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    1. Ich nehme an das bezieht sich auf die Spinne? ... oder schrecken dich etwa die kleinen Raubtiere ab?

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