Unser dritter und letzter Tag, am nächsten Morgen würde es wieder nach Hause gehen, sollte zum Rio Grande Village führen. Da wir uns inzwischen ein wenig von der 118 gelangweilt fühlten, nahmen wir dieses Mal den Weg durch Marathon und dann direkt die State Route 385 zum Park Headquarter. Sie ist nicht nur ein bisschen kürzer, sondern auch etwas interessanter - meiner Meinung nach.
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Den Beginn machte ein Stopp im Chihuahua Desert. Bis auf ein gelegendlich vorbeifahrendes Auto war es himmlisch ruhig dort, man hätte eine Stecknadel in den Sand fallen hören können! Verkehr und Menschenmassen verteilen sich gut im Park, was nicht wirklich verwunderlich ist. Big Bend ist mit über 1200 Squaremiles ( ca. 3200 Quadratkilometern ) etwas größer als der kleinste Staat der USA ( Rhode Island ).
Landschaftlich gibt es eine Vielfalt an Trockenheit liebenden Pflanzen, Kakteen und Büschen. Leider sahen wir keine Tiere, weder Eidechsen noch Vögel, nichts :(
Wie auch die Tage vorher schon fuhren wir danach durch zum Besucherzentrum um uns Informationen zu holen.
Wir bekamen sogar noch ein anderes Lebewesen als die Parkdame zu Gesicht, welches aber nicht besonders glücklich über unsere Anwesendheit war. Der kleine Zwerg gab sich größte Mühe uns von der Verfolgung mit der Kamera abzuhalten.
Dafür begrüßte uns eine überaus neugierig guckende und freundliche Prickly Pear ;- )
Wir fuhren noch ein Stück des Weges weiter, durch einen Tunnel. Dort hielten wir an, vielleicht würde es ja etwas zu sehen geben.
Gab es: Yellow jackets, eine etwas größere Wespenart, die mich davon abhielt Schmetterlinge zu fotografieren.
Ich machte mich daher lieber aus dem Staub, und wir fuhren bis zum Rio Grande Village durch. Dort gibt es einen netten Picknickplatz. Eine grüne Oase in der Wüste.
Dieses Fleckchen Park war früher mal eine Ranch und wird immer noch bewässert. Wir packten also unsere Kühlbox aus und genossen unser Picknick, ganz in Ruhe. Keine Menschenseele weit und breit.
Unsere Karte zeigte desweiteren, dass es dort Hot Springs, heiße Quellen, gibt. Hmm, uns war ein bischen zu warm zum Baden, aber einen Blick könnten wir ja mal werfen. Man müsste dazu allerdings erst hinwandern ...
Es ging die Hügel rauf, bis zum ersten Aussichtspunkt. Von dort hat man eine Blick auf den Rio Grande und die mexikanische Seite, welche auch zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Sie hat den schönen Namen Maderas del Carmen.
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| Sicht auf die mexikanische Seite, Maderas del Carmen |
Fast 400 Kilometern Fluss durchlaufen den Park und bilden die Grenze zu Mexiko. Tatsächlich ist der Rio Grande allerdings an einigen Stellen eher ein el arroyo, ein kleiner Bach, und könnte gut Rio Pequeño heißen. Er ist schmal und seicht, und man könnte einfach rüberlaufen. In der Tat kommen die Mexikaner über den Fluss, sei es um Drogen zu schmuggeln, illegal einzuwandern oder aber um kleine handgearbeitete Dinge auszulegen, in der Hoffnung ein paar Dollar zu verdienen. Dazu nacher noch ein paar Worte mehr.
Volker und ich genossen den Ausblick so sehr, dass wir irgendwie die Zeit verloren. Und, uns war entschieden zu heiß zum Weiterwandern geworden.



Stattdessen machten wir uns auf den kleinen Nature Trail zu finden. Der Pfad sollte vom Campingplatz losgehen, aber es dauerte etwas bis wir den versteckten Hinweis fanden.
Hilfe! Es lebt! Wilde Tiere!
Wir folgten dem Weg bis zum Fluss. Auf dem Pfad sahen wir wieder einige dieser kleinen mexikanischen Handarbeiten.
Ich hätte mir gern so einen Scorpion mitgenommen, aber laut Parkbroschüre ist das illegal und ich war mal wieder "chicken", nicht mutig genug.
Wer will auch schon selbst in Schwierigkeiten kommen, und dazu noch für die Verhaftung, Geldstrafe und Abschiebung eines armen Mexikaners verantwortlich sein, sollte er/sie erwischt werden.
Tatsächlich trafen wir auf einen Parkranger, der mit einem Grenzkontrolleur auf die gegenüberliegende Seite schaute.
Stattdessen spazierten wir also lieber den Hügel hinauf.
Die Sonne ging langsam unter und bald würden wir uns, mal wieder, wieder auf den Rückweg machen müssen.
Auf der Rückfahrt hatten wir dann mehr wilde Tiere als gewünscht - Rehe am Straßenrand und einen lebensmüden Fuchs, der vor unserem Auto über die Fahrbahn schoss.
Wir waren ganz glücklich als wir an der Grenzstation ankamen. Das hieß wir waren fast zurück.
Jede Straße hat innerhalb der 100 Meilengrenze (von der mexikanischen Grenze entfernt) einen Kontrollpunkt, wo in Zusammenarbeit mit Zoll und Grenzkontrolle Routinechecks durchgeführt werden. Jeder muss dort anhalten, seinen Ausweis vorzeigen und auch ein paar Fragen beantworten.
Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück, sagten wir unserem Motel Tschüss.
Der Weg zurück nach Brownsville entlockte uns nicht gerade Freudenausbrüche, aber wenigstens war es noch früh und wir würden nicht die Autobahn nehmen sondern den Weg über Del Rio und andere kleinere Orte. Zeitmäßig würden es 10+ Autostunden bleiben :(
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Hier noch ein paar Eindrücke von der Strecke
Ich denke, wir waren so gegen 20:30 Uhr Zuhause. Würden wir so einen Höllentrip nochmal machen? Möglicherweise. Es gibt noch unglaublich viel in dieser Gegend zu sehen und in den Park selbst haben wir ja auch nur kurz reingeschnuppert. Gewandert sind wir fast gar nicht, nur kurze Wege und es gibt noch zahlreiche interessante Trails. Ein anderes Auto um auf den nicht gepflasterten Strassen zu fahren wäre auch noch etwas, und sollte es nochmal der Park sein, buche ich die Lodge dort. Leider gibt es zu der langen Anfahrt keine Alternative. Ich habe nach Flügen geschaut, aber der Hopser quer durch Texas dauert auch lange (mit Umsteigezeit) und würde ca. $700 kosten - kommt somit nicht in Frage. Texas ist einfach zu groß, aber das habe ich ja schon oft gesagt ;)







































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