Die letzten Wochen waren anstrengend und ich war nicht wirklich motiviert zu schreiben.
Es fiel irgendwie jede Menge Kleinkram an, bischen hiervon bischen davon. Wahrscheinlich ist die Zeit deshalb nur so verflogen.
Volker war in den letzten Wochen sehr beschäftigt, und auch die Wochenenden waren meist mit Arbeit verplant.
Wir haben Reiseführer für einen eventuell neuen (deutschen) Teilzeitkollegen in der Physik gespielt und ihm die nähere Umgebung gezeigt. Man bietet so das typische Nebenprogramm: persönliche Betreuung mit leckem Essen, South Padre Island, bischen Natur.
Ich persönlich finde es sehr befremdlich jemandem einen Job schmackhaft zu machen, wo andere gerade auf der Straße gelandet sind.
Die Uni hat im April die ersten Kündigungen ausgesprochen. Der
Pysikbereich war bisher nicht darunter, sie kämpfen dagegen an wie ein Löwenrudel
ums Überleben. Den Ingenieuren ist es nicht so gut ergangen, es gab
Entlassungen. Auch in unserem Freundeskreis. Milde ausgedrückt waren wir
alle mehr als geschockt, als die Entscheidung wen es getroffen hat,
bekannt wurden. Bis Ende diesen Monats können noch weitere
Benachrichtigungen rausgehen, dann ist erstmal Sommerpause.
Vorletztes Wochenende war die akademische Abschlussfeier, hier Commencement genannt. Das Semester ist zuende, die Studenten bekommen ihre Zertifikate ausgehändigt und das Ganze wird in einer großen Zeremonie aufgezogen. Volker muss als Fakultätsmitglied daran teilnehmen, und da ich Volker morgens um 6:30 absetzen musste, habe ich die Zeit genutzt mich ein wenig umzusehen. Offiziell begann die Zeremonie um 8 Uhr und ich blieb sogar bis zum Schluss - allerdings nicht brav auf meinem Platz.
Kurz vor 7 Uhr, die Begeisterung steht meinem Langschläfer ins Gesicht geschrieben. Starker Kaffee war gefragt. Bereits um diese Uhrzeit haben wir ungefähr 25°C und Volker in seiner schwarzen Robe muss ganz schön geschwitzt haben.
Ein Blick über die Resaca zu den Studentenwohnungen. Man kann sich schon vorstellen, warum Uniangehörige gern hier wohnen. Es ist einfach sehr naturbelassen, ein idyllisches Fleckchen Erde. Jede Menge Vögel bekommt man hier zu Gesicht, vorausgesetzt man nimmt sich Zeit.
Kurz vor 8 Uhr:
Die letzten Vorbereitungen näherten sich dem Ende und langsam füllten sich die Stühle mit stolzen Eltern, Freunden und Bekannten. Für die Absolventen hieß es: Aufreihen. Bei über 2000 Abgängern aus verschiedenen Schulen muss Ordnung herrschen.
Ich fand es äußerst interessant. Einige waren total aufgebrezelt, bis auf's Detail gestylt, andere waren ganz leger gekleidet, mit Jeans und Turnschuhen. Unter der schwarzen Robe sieht man eh nicht viel davon. Ein Schmunzeln hat mir manches Outfit trotzdem entlockt.
Die Zeremonie begann mit dem Einmarsch der Fakultät und den Absolventen, schön nach Bereichen geordnet. Ich wage jetzt einfach mal den Vergleich mit einem Schützenumzug, passt irgendwie. In der Masse, und wegen der starken Sonne, hätte ich meinen Mann und seine Kollegen fast
übersehen. Volkers Kappe hang auf halb acht, sie war zu groß und ich hatte ihm Haarspangen zur Befestigung mitgegeben. Ich weiß nicht, ob sie das mal irgendwann mit dem Verleih
geregelt bekommen . Letztes Jahr war ihm die Kappe zu klein gewesen.
Wie üblich bei solchen Veranstaltungen, gibt es eine Ansprache. Desweiteren ist es Tradition eine ... hmmm, sagen wir mal wichtige Person der Öffentlichkeit einzuladen. Dieses Jahr war es die Präsidentin des WWF (World Wildlife Fund) und ehemalige Umweltministerin von Ecuador.
Es waren wirklich viele Leute versammelt, die Sitzplätze reichten lange nicht aus. Ich habe mich nach einer Stunde aus dem Staub gemacht. Mir war es zu sonnig zum fotografieren, ich schwitzte vor mich hin und irgendwann wird es auch langweilig.
Stattdessen habe ich mich aufgemacht den
Campus zu erkunden. Es gibt dort etliche historische Gebäude
und die Anlage selbst ist teilweise sehr hübsch begrünt.
Irgendetwas Interessantes würde ich bestimmt aufspüren. Hier ist also mal ein kleiner Blick auf den Campus.
Das Physik und Astronomiegebäude, Cavalry Building. Volkers Büro ist hier untergebracht.
In der näheren Umgebung befindet sich das Barns and Noble Cafe und nicht weit davon entfernt das Rec Center, für die sportbegeisterten Fitnessjunkies. Einen Golfplatz gibt es auch.


Wie ich schon sagte, es ist recht nett angelegt. Nocheinmal ein Blick über die Resaca, die bepflanzte Rückseite des Kunstgebäudes und ein kleiner Blick auf die Kunstwerke, welche hier produziert werden.




Nette Idee, oder?Ich schlug den Weg an der Student Union vorbei ein, Richtung Gesundheit & Wissenschaft (Health & Science). Der spanisch-mexikanische Einschlag ist unverkennbar. Ich finde diesen Mix von Stein, Farbe und Kacheln toll.
Klickt auf die Bilder für eine Vergrößerung.



Läd das nicht zum Verweilen ein? Ich kann irgendwie verstehen, warum die Studenten ewig zu spät kommen (uuuuups.... ) ... es gibt überall solche netten Ecken.
Völlig fasziniert war ich hiervon. Diese Ecke ist mit Abstand mein Favorit.
Schon wenn man auf das Gebäude zukommt, fällt einem die Säule auf, als nächstes der gekachelte Boden und dann folgt man der Spirale und sieht eine fantastische Decke. Wer sich dann noch genauer umsieht, entdeckt eine beschriftete Metallplatte.
Unter der Steinspirale befindet sich eine Zeitkapsel verborgen. Meine Neugierde war sofort geweckt. Was mag wohl drin sein? Wann wurde sie eingemauert? Und von wem?
Inzwischen weiß ich ein wenig darüber. Unter dem Baum des Lebens, der Verbindung von Erde und Himmel, welchen die Säule darstellen soll, ist eine handgefertigte, aufwendig gearbeitete Holzkiste mit historischen Dokumenten verborgen. Sie wurde im Jahr 2000 versiegelt und soll im Jahre 2050 geöffnet werden. Schöne Idee. Wir werden sicherlich nicht miterleben was darin genau verborgen ist, aber ich mag Geheimnisse sowie viel lieber, sie regen die Fantasie an ;)
Weiter ging es an der Medizin vorbei. Hier wird es etwas bunter.
Der medizinische Bereich bietet jede Menge Ablenkung. Die kräftigen Farben bieten einen schönen Kontrast zu der Bepflanzung, und die Wasserquelle lud zum Verweilen ein. Wie eine Oase.
Ich habe bestimmt eine Viertelstunde meine Füße gekühlt, es war herrlich :)
Langsam machte ich mich danach auf den Rückweg zum Commencement. Lange konnte es nicht mehr andauern.
Ich kam noch an ein paar Gebäuden vorbei die zwar nicht alt aussahen, aber historischen Hintergrund haben müssen.
Als mir die ersten Massen entgegenströmten, beschloss ich Volker einzusammeln. Er hatte inzwischen seine Kappe gegen eine kleinere eingetauscht und somit machte ich noch schnell ein Foto. Wer weiß, wann und ob ich das nochmal zu sehen bekomme :)




























ganz interessant - diese Architektur hätte ich nicht erwartet
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