Donnerstag, 16. Februar 2012

Februar ist Big Apple Time

Dienstag morgen, um 5 Uhr, flogen wir los. Mein Mann hielt mich für verrückt so einen frühen Flug gebucht zu haben, er ist einfach kein Frühaufsteher. Gegen 13 Uhr landeten wir in LaGuardia, nahmen ein Taxi und checkten 20 min. später in das Millenium Hotel an den Vereinigten Nationen ein.
Blick aus dem 29. Stockwerk des Hotelzimmers

Danach gingen erstmal schön Mittagessen - beim "Indigo", einem Inder fast um die Ecke. Buffet unter $10 und lecker. Frisch gestärkt war meine bessere Hälfte dann auch nicht mehr so grummelig ;) Anschließend hieß es für ihn noch ein paar Unterlagen durchzusehen, bevor wir uns auf den Weg zum Times Square machten. Für abends hatten wir uns nämlich überlegt in ein Musical am Broadway zu gehen.
Times Square bei Nacht
Unsere Wahl fiel auf "Jersey Boys", die Erfolgsstory der Four Seasons
Uns hat es sehr gut gefallen.

2. Tag
Mittwoch musste Volker arbeiten, somit machte ich mich allein auf den Weg Manhattan zu erkunden. Das Wetter war prima für einen langen Spaziergang, und den habe ich auch gemacht: einmal quer durch die Stadt, vom East River bis zum Hudson (Wegstrecke ist pink). Das wollte ich schon immer mal ausprobiert haben.
Vom Hotel marschierte ich entlang der 47th Street durch bis zur Intrepid, dem Flugzeugträgermuseum. Ich wäre reingegangen, aber - ehrlich gesagt - war es mir das Eintrittsgeld nicht wert.
Stattdessen ging ich am Pier entlang
Zurück wollte ich nicht den gleichen Weg nehmen, also wanderte ich weiter bis zur 34th St.
Ich kam am Chrysler Building vorbei, schlurfte auf der 5th Ave runter und marschierte zurück zum Hotel. Schöner Spaziergang, das hatte Spaß gemacht, aber meine Füße waren erledigt.
Nach einer kurzen Suche im www. fanden wir ein Restaurant ganz in der Nähe. Abendessen gab es bei "Sushi Time" auf der 2nd Ave. Absolut empfehlenswert!!!!!!

3.Tag
Donnerstag war es etwas bewölkter, aber gut genug für einen weiteren Erkundungsgang. Ich hatte von der "High Line" gehört, einer alten Eisenbahnstrecke, die begrünt wurde, und war neugierig. Jetzt im Winter war sicherlich nicht viel zu sehen, aber egal, wenigstens gucken wo es ist. Mit der U-Bahn (Green Line 6) fuhren wir bis zur 33rd Street und machten uns auf die Suche. Es dauerte etwas bis wir den Aufgang fanden.
Im Sommer kann ich mir das schöner vorstellen, jetzt ist es etwas kahl, aber ein paar Bilder habe ich trotzdem gemacht.
Es war relativ mild in New York, was offensichtlich auch die Sträucher mochten.
Auf dem Weg sahen wir verschiedene interessante Gebäude Selbst die Vögel haben Designerhäuschen :)
Das Ende der High Line ist im Westvillage (Greenwich). Wir wanderten weiter durch SoHo (South of Houston), Tribeca bis zum Ground Zero, dem ehemaligen World Trade Center. Der neue Turm ist schon über die Hälfte fertiggebaut.
Irgendwo südlich davon hüpften wir dann wieder in die U-Bahn und fuhren bis Central Station, gingen zurück zum Hotel, holten unser Gepäck und ließen uns per Taxi zu unserem neuen Standort fahren - dem Wellington Hotel im Theater District. Mit ein bischen Glück kann man dort preisgünstig wohnen (und mit preisgünstig meine ich billig, unter $100, ohne Luxus, aber dafür zentral).
Das Wellington ist ein typisches Touristenhotel, alt und bischen schäbig chic. In einem Reiseführer las ich, das der New Yorker sagt: for dirt cheap you get dirt cheap. Es ist ein wenig wie Glücksspiel, man kann Glück mit seinem Zimmer haben, oder auch nicht. Da wir dort nur zum Schlafen sind, erwarten wir nicht mehr als ein sauberes Zimmer mit funktionierender Dusche, und ich einen Haartrockner.
Unser Zimmer war gar nicht schlecht, wenn man von der ab und an bollernden Heizung absah .... und dem Hochdruckreiniger, der eigentlich Dusche sein sollte, aber jedes Kind aus der Wanne geschossen hätte. Ich fand das toll - eine kräftige Massage! Genau das Richtige gegen kalte, schmerze Knochen :D
Für den Abend hatten wir uns noch Karten für "Memphis"besorgt. Auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht.

4.Tag
Freitag stand Museum auf dem Programm. Bevor wir uns auf den Weg dorthin machten, nutzen wir den sonnigen Vormittag für einen ausgiebigen Spaziergang durch Central Park

Ich kann einfach an keinem Eichhörnchen vorbeigehen :D
Erkennt ihr ihn? Na?
Kleiner Tip, er zitierte Dinge wie:

Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage.

Klingelt's? Shakespeare, na klar!
Im Hintergrund sind Apartments mit den schönen Namen: The Majestic (links) und The Dakota (im Vordergrund mit Spitzdach, dort lebte mal John Lennon)
und das San Remo,
Wiki verriet mir noch folgendes:
Einige der berühmtesten Bewohner sind Steven Spielberg, Dustin Hoffman, Bono (der sein Apartment von Steve Jobs kaufte – welcher die Immobilie aufwendig renovieren ließ, aber nach Auskunft des Maklers nie eine Nacht dort verbrachte) und Bruce Willis.
Madonna hingegen hat vergeblich versucht, ein Apartment im San Remo zu kaufen. Sie scheiterte am Widerspruch der Eigentümervertretung :-D
Rangezoomt; ich mag doch Türme so gerne. Ich muss sagen, die kleine Canon beeindruckt mich.

Auf dem Rückweg schlenderten wir auf der Park Ave entlang. Dort fiel mir diese Deko auf.

Fünf Tage New York gehen ganz schön an die Brieftasche, aber wer es darauf anlegt New York mit kleinem Budget zu erkunden, kann das auch. Ein Beispiel ist der "Target Friday at the MoMA". Ab nachmittags um 4 Uhr kommt man für umsonst rein, spart 25 Dollar pro Nase und kann sich 4 Stunden Kunst anschauen. Überraschenderweise war es auch gar nicht so voll.

Im Skulpturengarten


Juan Gris und Francis Picabia

Gauguin
Rousseau und Klimt

Wir waren wegen der Sonderausstellung von Diego Rivera, einem mexikanischen Künstler, hingegangen. Hier ein Beispiel, mehr auf seinem Link.Wenn man so dicht an Mexiko wohnt, dann kommt man kaum an seinen oder ähnlichen Werken vorbei. Leider war Fotografieren in der Sonderausstellung nicht erlaubt.

Völlig von der Kunst der Künste erschlagen (und dem langsamen Schlurfen durch die Gallerien) trieb es uns zu "Uncle Nick", einem Griechen in Hell's Kitchen, wo wir uns durch Vorspeisen futterten. Danach stolperten wir nur noch zurück zum Hotel und fielen todmüde um.

Was wäre New York ohne wenigstens einmal New York Cheese Cake gegessen zu haben? Immerhin ist der sooooo berühmt. Unser Rückflug lies uns genug Zeit für ein Frühstück, und somit stolperten wir zu "Lindy's - World Famous Cheese Cakes". Also, ich gebe zu, der Käsekuchen war sehr lecker, und ich habe jeden Bissen langsam auf der Zunge zergehen lassen, aber ob er für ein Microstück $10 lecker war ... ich gehe da nochmal in mich.

Wenn einem dagegen Mickey, Puss in Boots und Konsorten über den Weg laufen und einen herzlich drücken, dann will man darauf kaum verzichten ;)Mickey wollte uns gar nicht loslassen, überließ mich dann aber doch noch Puss in Boots
So, zum guten Schluss sage ich jetzt nur noch:
Respekt, ihr New Yorker, eure Füße müssen echt etwas aushalten.
Meine Beine haben in den fünf Tagen wiedermal nur einen kleinen Einblick in das tägliche Gerenne bekommen, aber ich als verweichlichtes TexMex-Girl bin platt, fußplatt. Im Klartext: Genug gelatscht, ab jetzt gibt es wieder das Auto ;)

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